Sonntag, 20. Juni 2010

Am Anfang steht ein Lied

Wir sitzen auf dem harten Boden und lauschen den Worten eines unbekannten Autors. Ich nippe an meinem Drink und sehe mich um. Es ist seltsam, hier zu sein. Der Beat fehlt. Irgendwie.

Die letzte Seite. Der letzte Satz. Applaus. Ein bisschen zumindest. Gerade genug, dass der Autor stolz auf sich sein kann. Irgendwie.

Plötzlich sitzt er da. Auf einem Barhocker. Mitten auf der Bühne. Nur er und seine Gitarre. Den Namen kann ich mir nicht merken. Er ist seltsam. Seltsam und lang. Also der Name.

Silben und Töne dringen an mein Ohr. Aber nicht nur. Es geht weiter. Irgendwie. Ich will es gar nicht schon wieder sagen. Es ist seltsam. Seltsam und gut. Er liest in mir. Wie in einem offenen Buch. So fühlt es sich zumindest an. Glaube ich.

Ein neues Lied. Eine neue Chance, mich bis ins Mark zu treffen. Er nutzt sie. Denn das Lied handelt von mir. Und von dir. Von uns. Und es trägt ein 'seltsam' im Titel.





Jetzt fängt alles von vorne an. Der Wind treibt uns fort und dann reden wir, genau wie bisher, von unserem Leben, das sich immer so weiterdreht und wir immer noch nichts verstehen von dem Chaos in unseren Hirnen und dem Gang unserer Wege. Und wir rauchen immer viel zu viel, doch wir sehn gut dabei aus, ja, wir tun das mit Stil und wir warten auf den Anfang der Nacht, wenn das Licht ausgeht und unser müdes Herz wieder lacht.

Und wir gehen in die Kinos, in die Kneipen und wir tanzen und wir hoffen, dass noch soviel passiert. Doch wir fühlen uns trostlos, gelangweilt und oh so verprellt von der Liebe und von den tanzenden Menschen. Und wir trinken immer viel zu viel, doch wir sehen gut dabei aus, ja, wir tun das mit Stil und wir warten auf den Taumel der Nacht, wenn das Licht ausgeht und unsere trunk‘ne Seele erwacht.

Und jetzt fängt alles von vorne an. Der Wind treibt uns fort und dann reden wir, genau wie bisher, von unserem Leben. Doch im Taumel, da fühlen wir uns wohl, ein Hoch auf den Alkohol. „Komm, einen noch, ich kann dich noch sehen.“ Und wir labern immer viel zu viel, doch wir sehen gut dabei aus, ja, was wir tun, das hat Stil. Doch ich hab Angst vor dem Ende der Nacht, wenn das Licht uns fängt und der Tag uns nur müde verlacht.

(Gisbert zu Knyphausen)


Am Anfang steht ein Lied. Dieses Lied. Es geht um mich und um dich, um uns. Vielleicht handelt es nicht von einer ganzen Generation. Aber fast. Und es beschreibt eine Stimmung. Wie ich sie mir für mein Blog wünsche.

Gehen Wünsche in Erfüllung? Manchmal. Jedenfalls wenn man etwas dafür tut. Und das habe ich vor. Geh ein Stück mit mir. Wenn du magst.

1 Kommentar:

  1. Ein gewisser Wankelmut erhebt sich aus den Silben, ihr Bund bringt
    Glanz ins Leben. Um zu schwimmen in Worten sollten sie vermehrt
    werden. In Spannung kann ich kaum warten, drum lausche ich der Melodie
    des Lebens. Dabei seh ich so seltsam wie gut, so stilvoll wie fröhlich
    aus.
    Danke für das Lied! Zwitschere ruhig weiter.

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