Mittwoch, 11. August 2010

Im Schatten der Nacht

Ich sitze mit einer Flasche Wein am offenen Fenster und starre in die Nacht, während meine Gedanken auf den Wellen der leisen Musik in die Dunkelheit reiten. Eine Nacht, die Worte zu Papier bringt, noch ehe ich ahne, was ich sagen möchte.

Eine seltsame Mischung aus Gleichgültigkeit, Müdigkeit und Melancholie verschleiert mein Bewusstsein und schafft die nötige Distanz zu meinem alltäglichen Ich.

Während meine Vergangenheit in dunklen Schwaden an mir vorüberwabert, versuche ich eine Skizze meiner Zukunft zu erstellen. Sanfte Bleistiftstriche, die noch unter meiner Hand verwischen, während ich sie zeichne. Immer noch auf der Suche nach dem, was ich bin und was ich sein möchte, verliere ich mich nur allzu leicht im 'was wäre wenn' des Lebens.

Die richtigen Worte wandeln auf diesem schmalen Grat zwischen den Empfindungen. Immer wieder muss der Spagat gelingen - sich auf die eigenen Gefühle einlassen, ohne ihnen grenzenlose Macht zu gewähren. Wenn der Schmerz so laut wird, dass er die eigenen Gedanken übertönt, macht das die Schreiberei zur gefährlichen Leidenschaft. Versunken in den Abgründen des Seins verliert sich die Kraft für die richtigen Worte.

Nur noch von Dunkelheit und Gedankenfetzen umgeben, weißt du, dass der Moment gekommen ist, die Feder zur Seite zu legen.

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